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Seit zehn Jahren ist Sandra Personalleiterin. Bei ihrem Arbeitgeber, einem mittelständischen Medizintechnikunternehmen, hat sie mit ihrem kleinen Team mit fast allen HR-Themen zu tun. Besonders für das Thema Personalentwicklung schlägt ihr Herz — und sie hat vor drei Jahren erfolgreich einen internen Talentepool aufgebaut.

Vor zwei Jahren war es so weit: Sie konnte endlich die Position der Teamleitung für die Softwareentwicklung neu besetzen, noch dazu mit Marion aus dem Talentpool. Was Sandra besonders freut, ist dass sie damals konsequent drangeblieben war und den CEO davon überzeugen konnte, dass er die langjährige Entwicklungsexpertin unbedingt in das Assessment für den Talentepool aufnehmen sollte.

Es gab zwar einiges Gemurre im Management, weil Marion damals frisch aus der Elternzeit zurück war und Teilzeit gearbeitet hatte. Aber das war nichts Neues. Sandra kannte die Leiern — von wegen wie soll denn das gehen, nur Teilzeit, und überhaupt, was wenn das Kind krank, der Mann auf Geschäftsreise oder die Schwiegermutter krank war. Aber Sandra konnte sich durchsetzen, was selten genug der Fall war. Die Entscheidungen wurden meistens woanders getroffen.

Gut, es hatte geklappt. Und das SW-Entwicklungsteam hatte sich fantastisch etabliert — was kein Wunder war, Marion war echt eine Hammer-Führungskraft.

Deshalb freut sich Sandra auch auf das heutige Meeting. Marion hatte sie letzte Woche um einen Termin gebeten, wahrscheinlich ging es um die neue Mitarbeiterin, das Ende der Probezeit stand bevor.

9 Uhr. Marion beginnt zu sprechen. Sandra blinzelt.

Was möchte Marion? Ihr Auskunftsrecht geltend machen — wegen der Entgelttransparenz? Sie habe berechtigte Zweifel, ob sie im Vergleich zu anderen Teamleitern fair bezahlt werde. Sie habe läuten hören, dass manche Kollegen Boni bekämen. Der Günter fahre ja auch noch einen Firmenwagen. Und der Stefan habe neue Visitenkarten bestellt, weil er einen neuen Jobtitel bekommen habe. Anscheinend seien vor fünf Monaten auch einige Gehaltserhöhungen gewährt worden — man würde munkeln, dass da wohl einige mit Kündigung gedroht hätten.

Sandra blinzelt nochmals.

Sie erinnert sich. Sie hasste es, wenn plötzlich ein E-Mail reinflatterterte: „Mach doch mal ein Schreiben für eine Gehaltserhöhung vom Klaus. Der war grad bei mir und hat sich beklagt, dabei macht er doch so einen tollen Job.“ 

Und dass der Günter seinen Firmenwagen behalten durfte, obwohl er schon seit Jahren nicht mehr im Außendienst war, war ihr auch ein Dorn im Auge — das interessierte nur niemanden. Und letztes Jahr hatte sie selbst einen Bonus bekommen. Die Freude wollte sich aber nicht so recht einstellen, als ihr Chef sagte: „Jetzt bist du an der Reihe. Frauenquote und so.“ — und munter aus dem Büro polterte.

Heute Morgen also ist es soweit. Marion sitzt vor ihr und will Transparenz.

Sandra öffnet das Payroll-Tool. Name, Gehalt, Datum letzte Erhöhung. Keine Kriterien. Kein Level. Kein Band.

Sie schließt die Tabelle wieder.

„Ich kann das nicht beantworten.“

Sandra ist keine schlechte HR-Leiterin. Sie ist sogar eine sehr gute — leider nur ohne das Fundament, das sie bräuchte, um Marions Fragen zu beantworten.

 

Das eigentliche Problem: Entscheidungen ohne Fundament

In vielen Mittelstandsunternehmen läuft Vergütung nach einem unsichtbaren System: Wer länger da ist, bekommt mehr. Wer lauter fragt, bekommt mehr. Wer gerade nicht ersetzbar ist, bekommt mehr.

Das klingt hart — ist aber oft nicht böse gemeint. Es ist das Ergebnis von Wachstum ohne Struktur. Irgendwann sind 80 Mitarbeitende da, dann 150, und niemand hat je definiert, was eine Funktion eigentlich wert ist.

Die Folgen kennt HR gut: Gehaltserhöhungen, die auf Zuruf übers Jahr verteilt werden. Boni, die niemand erklären kann. Jobtitel, die als Trostpflaster vergeben werden. Führungskräfte, die Entscheidungen an HR zurückdelegieren — weil sie selbst keine Kriterien haben.

Das kostet. Nämlich Zeit, Vertrauen und Energie. Und am Ende kostet es das Unternehmen die Mitarbeitenden.

 

Was sich 2026 ändert — und warum das jetzt der richtige Moment ist

Die EU-Gehaltstransparenzrichtlinie ist beschlossen. Für HR bedeutet das konkret:

  • Ab 100 Mitarbeitenden: Berichtspflichten zur Vergütungsstruktur
  • Auskunftsrecht: Mitarbeitende können nach der Durchschnittsvergütung vergleichbarer Positionen fragen — und nach den Kriterien, nach denen sie festgelegt wurde
  • Recruiting: Kein Fragen nach dem aktuellen Gehalt mehr — Einstiegsgehalt oder -bänder müssen nachvollziehbar kommuniziert werden

Viele Unternehmen starten jetzt Compliance-Projekte. Dokumentation, Reporting, Datenerhebung.

Das ist notwendig — aber nicht hinreichend.

Denn wer nur für die Richtlinie dokumentiert, hat nach dem Projekt dasselbe Problem wie vorher: keine Struktur, die Entscheidungen trägt.

Die Richtlinie ist nicht das Problem. Sie ist der Anlass, das eigentliche Problem endlich anzugehen.

 

Was eine Job-Architektur ist — und was sie verändert

Eine Job-Architektur ist kein Konzern-Werkzeug. Sie ist ein Ordnungssystem für Funktionen — und damit für Entscheidungen.

Im Kern besteht sie aus drei Bausteinen:

1. Grading: Funktionen objektiv und geschlechtsneutral bewerten

Grading bedeutet, jede Position entlang klarer Kriterien zu bewerten — unabhängig davon, wer sie gerade besetzt.

Das Ergebnis: Jede Stelle bekommt ein Level. Und Levels sind vergleichbar — auch über Abteilungen hinweg.

2. Gehaltsbänder: Vergütung mit Leitplanken

Ein Gehaltsband ist eine definierte Spanne für ein Level — mit einem Minimum, einem Mittelpunkt und einem Maximum.

Was das für Gehaltsrunden bedeutet: Führungskräfte entscheiden nicht mehr im luftleeren Raum. Sie entscheiden innerhalb eines Rahmens — und können begründen, warum.

3. Karrierepfade: Entwicklung sichtbar machen

Wenn Levels klar sind, wird auch Entwicklung sichtbar. Mitarbeitende verstehen, was der nächste Schritt bedeutet — inhaltlich und gehaltlich.

Das verändert Gespräche. Statt „Ich will mehr“ heißt es: „Was brauche ich, um ins nächste Level zu kommen?“

Jobtitel-Struktur und geldwerte Vorteile inklusive.

 

Grading ist kein Projekt. Es ist ein Fundament.

Eine Job-Architektur, einmal aufgebaut, trägt HR-Prozesse:

  • Gehaltsrunden laufen strukturierter, schneller, mit weniger Eskalation
  • Recruiting wird einfacher, weil Bänder und Erwartungen klar sind
  • Onboarding wird konsistenter, weil Rollen klar definiert sind
  • Mitarbeitergespräche bekommen Substanz, weil Entwicklung messbar wird
  • Die Richtlinie ist keine Herausforderung mehr — sondern eine Selbstverständlichkeit

Und was ist jetzt mit Sandra und Marion?

Sandra hat Glück gehabt. Kurz nachdem Marion ihren Auskunftsanspruch geltend gemacht hat, hat der Wecker geklingelt. Nur ein böser Traum!

Weil Sandra eine sehr gute Personalleiterin ist, hat sie sich schon Gedanken über die Entgelttransparenz gemacht, bevor das Gesetz sie dazu gezwungen hat. Am gleichen Vormittag startet sie mit Phase 3 von NextGrade®

Sie hat früh genug den Projektplan erstellt, den Kick-Off abgehalten, den Betriebsrat involviert, die Funktionen im Unternehmen gesammelt und nützliche Übersichten erstellt. Jetzt bewertet sie im super-einfachen Tool — später analysiert sie mit der Dashboard-Vorlage und definiert erste Maßnahmen.

Ohne sensible Daten bekannt zu geben. Und mit der Sicherheit, dass sie zwei Expertinnen im Hintergrund hat, die für Rat und Tat zur Verfügung stehen.

 

Wir helfen, den ersten Schritt zu machen.

In einem 30-minütigen Erstgespräch schauen wir gemeinsam, wo bei euch die größten Lücken sind und was der sinnvollste erste Schritt wäre.

Kein Konzept von der Stange. Kein Overhead. 

Struktur, die zu eurem Unternehmen passt.